Teutonische Ghostbusters?!?

Der verspätete Sommer scheint gerade ein kurzes Päuschen einzulegen. Der Himmel trübgrau bewölkt. Was könnte es an so einem Tag Fantastischeres geben als unbeschwertes Popcorn-Kino mit der richtigen Mischung aus Action, Krawumm und Humor?

Ich wüsste auch schon sehr genau, welches filmische Vergnügen ich (eigentlich schon seit Wochen) am liebsten genießen würde. Und doch ist die Erfüllung meiner Wunschträume in weiter Ferne. Jetzt auch so geographisch betrachtet.

Es handelt sich nämlich um Ghostbusters. Präziser gesagt: um Ghostbusters in der OV. Irgendwie sehe ich es bei vielen Filmen so gar nicht ein, mir die doofe deutsche Synchro reinzuziehen. Was normalerweise auch kein Problem ist, zeigen die hiesigen Kinos doch durchaus die englischssprachigen Originale.

Nicht so in diesem Fall. Abgesehen davon, dass schon die deutsche Version nur zu abwegigen Zeiten wie 14.10 oder 22.15 läuft, kann man sich die OV offenbar komplett abschminken. Wenn ich bei meinen zunehmend genervten Recherchen nicht irgendwas übersehen habe, in sämtlichen Städten, die sich einigermaßen für mich in Reichweite befinden. Wahrscheinlich müsste ich dafür einen London-Trip einplanen. Es ist ein Elend!

Nun enthält die unterhaltsame Geisterjagd eigentlich alle Zutaten, die ein Kino-Plaisir braucht. Dass trotzdem vonseiten der Lichtspielhäuser nicht mit einem Run auf den Film gerechnet wird, kann im Grunde nur eine Ursache haben: Die Protagonisten sind ausnahmsweise einmal Protagonistinnen.

Prima Sache, könnte man jetzt denken: weibliche Heldinnen, die mal selber zur Tat schreiten, statt gerettet zu werden, und dabei auch nicht mit irgendwelchen Typen oder ihrem Äußeren beschäftigt sind. Allein schon der Abwechslung halber erfrischend. Aber anscheinend wollen viele das nicht sehen.

Auch im Jahr 2016 gewinnt man bisweilen den Eindruck, dass es immer noch kaum etwas exotischeres gibt als diese ca. 50% der Menschheit ausmachende „Minderheit“ der Frauen. Tja.