Sexistische Kackwerbung – Teil 5: Tchibo

Was wünschen sich Frauen und solche, die es werden wollen, am allersehnlichsten? Natürlich Putzzeug! Damit frau, wie es sich gehört, ihrer Hauptaufgabe nachkommt und sich so richtig fein um den Haushalt kümmert.

Das scheinen zumindest die Leute von Tchibo zu denken. Jedenfalls bieten sie derzeit diesen wunderbaren Spiel-Putzwagen als Weihnachtsgeschenk feil:
http://www.tchibo.de/putzwagen-p400094150.html

Der Fairness halber muss erwähnt werden, dass es in der Produktbeschreibung heißt, das Spielzeug eigne sich „für die Kleinen“ und dass sie darin alles zum Putzen finden, was sie „von den Eltern“ kennen. Immerhin also nicht „für die Mädchen“ und „von der Mutter“. Andererseits gehört der Putzwagen von der Produkt-Kategorisierung her zu den „Geschenken für Mädchen“, deren Träume hier laut Tchibo angeblich wahr werden.

Tja, in meiner bescheidenen Sicht zählt Putzen dann doch eher zu den notwendigen Übeln des Lebens, nicht zu den Lebensträumen. Was Letztere angeht, wünsche ich mir für die Mädchen von heute, gestern und morgen sehr viel schönere, größere, atemberaubendere!

Wie wäre es also stattdessen mit einem Starter-Kit für erfolgreiche Business-Frauen oder Politikerinnen? Mit einer Ausrüstung für angehende Wissenschaftlerinnen oder Astronautinnen?

Liebe Leute, die ihr dieses Weihnachten einem Mädchen eine Freude machen wollt: Werdet kreativ und denkt mal außerhalb der Geschlechter-Schubladen! Ich bin mir ganz sicher, dass euch etwas Besseres als ein Putzwagen einfallen wird…

 

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Comedy aus Down Under: “ The Wizards of Aus“

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Fantasy meets Fremdenfeindlichkeit im Menschenreich: Die australische Serie „The Wizards of Aus“ bringt nicht nur Nerds zum Lachen. Und zeigt, dass selbst Magier es als Einwanderer nicht leicht haben.

Zurzeit kann ich eines unbedingt gebrauchen: eine großzügige Prise Komik. Und natürlich Zauberer.

Ich habe da nämlich seit Tagen diesen verrückten Traum, aus dem ich nicht so recht aufwachen will. Er handelt davon, dass ein offen rassistischer, misogyner, behindertenfeindlicher, homophober Horror-Clown zum Präsidenten der USA gewählt wurde. Wirklich schaurig.

Wenn schon Fabelwesen, dann doch lieber die von der gutmütigen Sorte. So wie Magier Jack, der von Filmemacher Michael Shanks in dessen Anfang dieses Jahres im australischen TV erstausgestrahlten Comedy-Serie „The Wizards of Aus“ verkörpert wird.

Es ist ein einziges überzogenes Gemetzel im Zauberreich. Jack hat die Nase bis obenhin voll von Schlachtengetümmel, Kriegsgeschrei und Blutrausch. Von der Dummheit seiner verschiedenartigen Mitwesen einmal ganz zu schweigen. So beschließt er, sein Lebensglück im vermeintlich friedfertigeren Melbourne zu suchen.

Er kann ja nicht ahnen, dass ihn dort ebenfalls beachtliche Herausforderungen erwarten. Die Hürden der Bürokratie und das ein oder andere Stolpersteinchen beim Speed-Dating gehören da noch zu den kleineren Übeln.

Sich nahtlos in die australische Gesellschaft einfügen – nicht leicht mit Flammenschädel oder ohne Haut

Schlimmer ist das mehr oder weniger verhohlene Misstrauen der Menschen gegenüber spitzhütigen Fremdlingen wie ihm. Diese Skepsis kann sich ganz unterschiedlich äußern, in „interessierten“ Nachfragen zu den Gepflogenheiten seines Heimatreiches, offener Diskrimierung am Arbeitsplatz oder Politiker-Hetze. Gerne wird Jack auch als „aufregender Exot“ ganz enthusiastisch dazu aufgefordert, seine Zauberkünste zu demonstrieren.

Dabei will er die doch gerade aufgeben. Er bemüht sich redlich, jegliche Eigenarten der Zauberreich-Bewohner abzulegen und sich brav seiner neuen Umgebung anzupassen, mit stets bedröppeltem Blick ob der vielen Hindernisse, die ihm begegnen.

Dazu zählen nicht zuletzt auch andere nach Australien emigrierte magische Kreaturen, die sich weniger darum scheren, so „vorbildlich unauffällig“ wie Jack zu sein. Allen voran sein alter Widersacher Skulldrich (Mark Bonanno), der nicht allzu viel von Assimilation hält. Sehr vorsichtig ausgedrückt.

Neben Szenen aus Jacks aktuellem Leben in Australien gibt es auch ziemlich ulkige Rückblenden vergangener Erlebnisse im Zauberreich. Inklusive großartiger ironischer Seitenhiebe auf Fantasy-Klischees sowie Anspielungen auf berühmte Exemplare des Genres.

Aber man muss nicht zwingend ein Fan einschlägiger Literatur und Filme sein, um „The Wizards of Aus“ goutieren zu können.. Es reicht völlig, einen etwas schrägen Humor zu haben.

 

 

Kurzfilm: „Curmudgeons“

Hollywood-Schauspieler Danny DeVito als Regisseur und Protagonist eines herzerwärmenden Kurzfilms über zwei herrlich kauzige Senioren mit einer ganz besonderen Beziehung

Ihr kennt doch sicher alle Grumpy Cat, dieses – wie der Name schon sagt – nicht gerade sonnig dreinblickende Katzenviech. Kurioserweise hat besagtes Viech mit dem „not amused“-Ausdruck auf viele Leute, inklusive meiner Wenigkeit, eine ganz ähnliche Wirkung wie die strahlendsten und cutesten Exemplare seiner Gattung: Grumpy Cat macht glücklich. Bei soviel demonstrativ an den Tag gelegter Miesepetrigkeit muss man einfach schmunzeln. Ein so süß angepisstes Schnäuzchen lädt schlicht zum „Dutzidutzi“-Machen ein.

Ungefähr so verhält es sich auch mit den beiden alten „Curmudgeons“ (engl. „Brummbären, Griesgrame“) Ralphie und Jackie in Danny DeVitos gleichnamigem neuen Kurzfilm. Man muss sie lieben.

Ralphie, gespielt vom inzwischen leider verstorbenen David Margulies, lebt im Altersheim. Dort bekommt er ausnahmsweise Besuch von seiner Enkelin, die mit dem Ficus unterm Arm spontan vor der Tür steht. Er: im Heim abgestellt vom allzu beschäftigten Sohn. Sie: gerade frisch von ihrem Partner verlassen. Es könnte ein desolates Szenario sein. Wenn Ralphie nicht so ein unverwüstlicher „grumpy son of a bitch“ wäre.

Und wenn es nicht einen weiteren unerwarteten Besuch gäbe. Denn Ralphies große Liebe Jackie (DeVito) gibt sich ebenfalls ein Stelldichein. Im Gepäck hat er die schönste Überraschung dieses an unvorhergesehenen Ereignissen reichen Tages.

Mehr möchte ich gar nicht verraten…

Wenn ihr euch also ob des düsteren Novembers etwas melancholisch fühlt und ein Viertelstündchen Zeit habt, tut euch selbst was Gutes und schaut in diese liebevoll gemachte kleine Dramedy. Es lohnt sich.